Franz Kasulke

Steckbrief:
Geboren: 21.11.1940
Beruf: Ehemaliger Werftschlosser und Schweißer
Frühere Tätigkeit: Angehöriger der Marine
Wohnort: Der Seestern
Besonderheit: Franz kann mit einem Blick erkennen, ob etwas hält – und mit einem zweiten, wer dafür verantwortlich ist, wenn es nicht hält.
Charakter: Wortkarg, eigenwillig, praktisch und zuverlässig; ein Grantler mit ausgesprochen weichem Kern.
Typisch für ihn: Zollstock in der Hand, Werkzeug in Reichweite und ein knappes „Mhm“, das je nach Tonfall Zustimmung, Zweifel oder eine vollständige Grundsatzkritik bedeuten kann.

Franz Kasulke stammt ursprünglich aus West-Berlin.
Nach seiner Zeit bei der Marine führte ihn sein Weg nach Havenhusen, wo er den größten Teil seines Berufslebens auf der Werft verbrachte. Als Schlosser und Schweißer war er ein Mann für alles, was aus Metall bestand, sich bewegen sollte oder sich gerade weigerte, genau das zu tun.

Franz redet nicht gern über Dinge, die sich auch durch Anpacken erledigen lassen. Wo andere noch beraten, hat er meist schon den Werkzeugkasten geöffnet. Seine Urteile fallen knapp aus, sind dafür aber selten falsch.

Mit Claas Petersen verband ihn eine langjährige Freundschaft. Franz gehörte zu den wenigen Menschen, die Claas widersprechen konnten, ohne lange um Erlaubnis zu bitten. Er kannte dessen Stärken ebenso gut wie seine Fehler und hielt ihm auch dann die Treue, wenn er mit seinen Entscheidungen nicht einverstanden war.

1998 half Franz bei der Instandsetzung des alten Werftbootes. Dabei vermittelte er Jan Jensen einen Teil seines praktischen Wissens. Große Erklärungen waren allerdings nicht seine Sache. Franz zeigte einen Handgriff einmal, sah beim zweiten Mal zu und erwartete, dass die Sache beim dritten Mal saß.

Nach dem Ende seiner aktiven Werftzeit verschwand Franz keineswegs aus dem Havenhusener Alltag. Im Seestern ist er bis heute fast immer irgendwo anzutreffen. Offiziell ist er dort weder Hausmeister noch Verwalter. Inoffiziell repariert er trotzdem alles, was tropft, klemmt, quietscht oder seiner Meinung nach „noch nie richtig gemacht“ wurde.

Frieda weiß längst, dass Diskussionen darüber zwecklos sind. Franz behauptet, er sei nur zufällig gerade mit dem passenden Werkzeug vorbeigekommen.

Hinter seiner rauen Art steckt ein aufmerksamer und verlässlicher Mensch. Franz spricht selten über Gefühle und noch seltener über sich selbst. Wenn jemand Hilfe braucht, ist er trotzdem da – meist ohne gefragt zu werden und grundsätzlich ohne anschließend darüber zu reden.

Wer Franz näher kennt, weiß deshalb: Ein knappes „Mhm“ kann bei ihm mehr bedeuten als bei anderen eine ganze Rede.