
Birgit Thomsen
Steckbrief:
Familie: Ehefrau von Hinnerk Thomsen
Beruf: Ehemalige Mitarbeiterin der Werftkantine
Glaubt Machte aus der nüchternen Kantine bei Geburtstagen, Jubiläen und anderen Anlässen einen Ort, an dem gern gefeiert wurde.
Charakter: Herzlich, praktisch, gesellig und aufmerksam, ohne sich selbst in den Mittelpunkt zu stellen.
Typisch für sie: Birgit wusste, wann jemand einen Kaffee, ein Stück Kuchen oder einfach einen Platz unter Leuten brauchte.
Birgit Thomsen gehörte viele Jahre zum Alltag der Havenhusener Werft. Während draußen geschweißt, gehämmert und gebaut wurde, arbeitete sie in der Kantine und sorgte mit ihren Kolleginnen dafür, dass die Männer wenigstens zu den Mahlzeiten vernünftig versorgt waren.
Besonders in ihrem Element war Birgit, wenn es etwas zu feiern gab. Geburtstage, Jubiläen oder ein Abschied wurden in der Werftkantine selten einfach nur nebenbei begangen. Birgit rückte Tische zusammen, organisierte Kaffee und Kuchen, kümmerte sich um ein wenig Dekoration und wusste meistens schon vorher, wer noch eingeladen werden musste.
Dabei brauchte es bei ihr weder großen Aufwand noch viel Aufhebens. Ein paar Blumen, ausreichend Kaffee und die richtigen Menschen am selben Tisch reichten oft schon aus.
Als die Werft verkleinert wurde, traf es auch die Kantine. Stellen fielen weg – darunter Birgits. Für sie endete damit nicht nur eine Beschäftigung, sondern ein wichtiger Teil ihres täglichen Lebens. Der Werft und den Menschen, die dort gearbeitet hatten, blieb sie trotzdem verbunden.
Während ihr Mann Hinnerk eher für knappe Worte und seine Schiffermütze bekannt war, brachte Birgit Wärme und Geselligkeit in die Gemeinschaft. Wer allein am Rand saß, blieb dort meist nicht lange.
Auch äußerlich war sie kaum zu übersehen. Ihr Stil erinnerte an die Sechzigerjahre, gelegentlich mit einem eigenwilligen Hauch von Country und Hillbilly. Birgit trug, was ihr gefiel – und tat das mit einer Selbstverständlichkeit, die jede Diskussion darüber überflüssig machte.
Sie war keine Frau für große Reden. Aber sie verstand es, Menschen zusammenzubringen und selbst in schwierigen Zeiten einen Grund zu finden, gemeinsam an einem Tisch zu sitzen.
