John Kröger

Steckbrief:
Geboren: 03.11.1975
Familie: Verheiratet mit Pastor Malte Kröger
Beruf: Seemann
Lebensmittelpunkt: Zwischen Havenhusen und der See
Besonderheit: Ist oft über längere Zeit unterwegs und gehört dennoch fest zu Havenhusen.
Charakter: Ruhig, selbstständig, verlässlich und humorvoll; freiheitsliebend, ohne Bindungen deshalb weniger ernst zu nehmen.
Typisch für ihn: Für fast alle heißt er englisch ausgesprochen „Dschon“. Frieda nennt ihn liebevoll und mit großer Selbstverständlichkeit „John“.

John Kröger lebt in einem Rhythmus, der sich weniger nach Wochentagen als nach Fahrplänen, Wetter und Ankunftszeiten richtet. Er fährt weiterhin zur See und ist deshalb manchmal wochen- oder monatelang nicht in Havenhusen anzutreffen.

Wenn John wieder an Land ist, wirkt er trotzdem nie wie ein Besucher. Havenhusen ist sein Heimathafen – auch wenn sein Beruf ihn regelmäßig weit darüber hinausführt.

John ist ein Schwarzer, schwuler Mann und mit Pastor Malte Kröger verheiratet.
Dass Malte neben seinem Pfarramt gelegentlich auch als Dragqueen auftritt, gehört für beide selbstverständlich zu ihrem gemeinsamen Leben. John macht darum ebenso wenig Aufhebens wie Malte. Es ist ein Teil von ihnen, aber nicht das Einzige, was sie ausmacht.

Ihre Ehe muss mit längeren Abwesenheiten umgehen können. Während Malte fest in Havenhusen und seiner Gemeinde verwurzelt ist, verbringt John einen großen Teil des Jahres auf See. Beide wissen daher, dass Nähe nicht unbedingt bedeutet, jeden Abend gemeinsam am Küchentisch zu sitzen.

Wenn John nach Hause kommt, bringt er gelegentlich Geschichten, ungewöhnliche Fundstücke oder Dinge mit, von denen Malte nicht immer sofort versteht, weshalb sie unbedingt den Weg nach Havenhusen antreten mussten. John selbst erzählt selten ungefragt von seinen Reisen.
Er hat viel gesehen, macht daraus aber kein großes Schauspiel.

Meist hört er lieber zu. Das Geschehen in Havenhusen betrachtet er mit trockenem Humor und einer Gelassenheit, die vermutlich aus vielen Jahren auf See stammt. Wo andere sich aufregen, wartet John häufig erst einmal ab, ob das Problem nicht von allein kleiner wird.

Für ihn bedeutet Freiheit nicht, ohne Bindungen zu leben. Freiheit heißt, hinausfahren zu können und trotzdem genau zu wissen, wohin man zurückkehren möchte.

Eine kleine Besonderheit hat sich im Seestern eingebürgert: Frieda spricht seinen Namen konsequent deutsch aus.

„John“, sagt sie, als wäre jede andere Aussprache unnötig kompliziert.

Er hat nie versucht, sie zu korrigieren. Wahrscheinlich würde ihm inzwischen etwas fehlen, wenn sie plötzlich damit anfinge.