
Hans Ehlers
Auf einen Blick:
Geboren: 05.02.1952
Verschollen seit: 14.08.2002
Für tot erklärt: 2004
Familie: Ehemann von Frieda Ehlers
Beruf: Schiffbauer und Werftarbeiter
Leidenschaften: Segeln und Fotografie
Besonderheit: Dokumentierte über Jahrzehnte das Leben in Havenhusen mit seiner Kamera.
Charakter: Ruhig, besonnen, freiheitsliebend und aufmerksam; zugleich verschlossen und nicht immer leicht zu erreichen.
Typisch für ihn: Seine Kamera war nie weit entfernt – und auf See fand er den Frieden, den er an Land manchmal vermisste.
Hans Ehlers gehörte zu den Menschen, die nicht im Mittelpunkt stehen mussten, um das Leben eines ganzen Ortes zu prägen.
Als Schiffbauer und Werftarbeiter war er eng mit der Havenhusener Werft verbunden. Dort verband ihn eine lange, nicht immer einfache Freundschaft mit Claas Petersen. Die beiden kannten einander gut, gerieten später jedoch zunehmend aneinander.
Seine zweite große Leidenschaft galt der Fotografie. 1975 lernte Hans bei Arne Lüdersen die handwerklichen Grundlagen. Was zunächst als Interesse begann, wurde bald zu einem festen Bestandteil seines Lebens.
Über viele Jahre hielt Hans den Alltag Havenhusens fest: Menschen bei der Arbeit, Feste, Kinder am Hafen, Veränderungen auf der Werft und stille Augenblicke, die andere kaum wahrnahmen. Seine Bilder waren selten inszeniert. Hans beobachtete, wartete und drückte erst dann auf den Auslöser, wenn ein Moment für ihn stimmte.
Gerade deshalb wurden seine Fotografien später zu einem unschätzbaren Zeugnis der Geschichte Havenhusens.
Neben der Kamera zog es Hans immer wieder aufs Wasser. Mit seinem Segelboot Freedom suchte er die Weite und die Ruhe, die ihm an Land zunehmend fehlten. Er sprach nicht viel darüber, was ihn beschäftigte, und selbst Frieda wusste nicht immer, was in ihm vorging.
Am 14. August 2002 verschwand Hans auf See. Sein Boot und er kehrten nicht zurück.
2004 wurde er schließlich für tot erklärt.
Für Frieda und die Menschen, die ihm nahestanden, blieb jedoch vieles ungeklärt. In Havenhusen sprechen manche deshalb bis heute lieber von einem Mann, der hinaus aufs Meer fuhr und nicht zurückkehrte.
Hans’ Fotografien bilden heute das Herzstück des Werftmuseums. Sie bewahren nicht nur das Bild eines vergangenen Havenhusens, sondern auch den Blick eines Mannes, der oft mehr sah, als er aussprach.
