Schwarzweißaufnahme des Havenhusener Portalkrans während seiner Demontage. Ein Mobilkran hebt einen schweren Querträger aus der Konstruktion. Mehrere Werftarbeiter beobachten den Abbau auf dem Werftgelände.

# 32 Der Kranabbau

Es gibt Abschiede, die beginnen nicht mit einem letzten Wort. Sondern mit dem ersten gelösten Bolzen.

Der große Portalkran hatte über Jahrzehnte das Gesicht der Havenhusener Werft geprägt.

Unter ihm wurden Schiffe gebaut, Motoren verladen und unzählige Tonnen Stahl bewegt. Für Generationen von Werftarbeitern gehörte er so selbstverständlich zum Hafen wie der Leuchtturm oder das Meer.

Im Sommer 2002 begann sein Abbau.
Nicht laut. Nicht spektakulär.

Stahlträger wurden gelöst, Seile gespannt und einzelne Bauteile vorsichtig aus ihrer jahrzehntelangen Verbindung gehoben.

Was viele nur als notwendige Demontage betrachteten, war für andere der sichtbarste Beweis dafür, dass die alte Werft endgültig verschwand.

Hans Ehlers hielt diesen Moment fest.
Nicht den Lärm der Maschinen.
Nicht die Größe des Krans.

Sondern die Menschen.
Im Vordergrund stehen Claas Petersen, Hinnerk Thomsen, Franz Kasulke und Erich Vollbrecht. Männer, die einen großen Teil ihres Lebens auf dieser Werft verbracht hatten.

Keiner sagt etwas. Worte hätten diesen Augenblick ohnehin nicht beschreiben können.

Hans wusste, dass es nicht der Stahl war, der verloren ging.
Es war ein Stück gemeinsamer Lebensgeschichte.

Faktenbox:

  • Ausstellung: Hans Ehlers – Seine letzten Bilder
  • Motivnummer: 32 von 36
  • Technik: Schwarzweiß-Fotografie
  • Aufnahme: Sommer 2002
    Ort: Werftgelände Havenhusen
    Fotograf: Hans Ehlers
    Abgebildete Personen: Claas Petersen, Hinnerk Thomsen, Franz Kasulke und Erich Vollbrecht
    Motiv: Demontage des Portalkrans der Havenhusener Werft
    Bedeutung: Sichtbarer Beginn des endgültigen Abschieds von der alten Werft

Was blieb

Wenige Wochen später war vom Portalkran nichts mehr zu sehen.

Nur die Fundamente, rostige Ankerbolzen und ein weiter Platz zwischen den Hallen erinnerten noch daran, dass hier jahrzehntelang eines der Wahrzeichen Havenhusens gestanden hatte.

Hans fotografierte auch diese Leerstelle.
Nicht als Dokument eines Abrisses.
Sondern als Bild der Erinnerung.

Manchmal erzählt das, was fehlt, mehr als das, was noch zu sehen ist.

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